Medikamentöse Thrombosevorbeugung
Nach Knie- und Hüftgelenkersatz wird in der Klinik besonderes Augenmerk auf eine sorgfältige Vorbeugung von Thrombosen gelegt, denn die Patienten gehören zu einer Hochrisikogruppe. Der Arzt verordnet in der Regel sowohl physikalische Maßnahmen als auch Medikamente, um Thrombosen vorzubeugen. In der Fachsprache nennt man diese Medikamente "Antikoagulanzien". Im Volksmund werden sie auch als "Blutverdünner" bezeichnet. Diese Bezeichnung ist medizinisch nicht korrekt, denn das Blut wird nicht verdünnt. Stattdessen wird seine Gerinnbarkeit gehemmt, so dass es nicht so leicht zur Bildung eines Blutgerinnsels (Thrombus) kommt.
Der bisherige Therapiestandard besteht in der Gabe von Heparinen. Dies sind natürliche Substanzen, die als zuckerartige Bestandteile des Bindegewebes im menschlichen Körper vorkommen. Sie werden in der Lunge, der Leber und der Darmschleimhaut gebildet. Therapeutische Heparine werden im Labor aus der Darmschleimhaut von Schweinen hergestellt. Diese Rohform wird heute kaum noch direkt verwendet, sondern zu den so genannten niedermolekularen Heparinen künstlich verkürzt und aufbereitet. Üblicherweise werden sie in die Bauchdecke gespritzt injiziert.
Der bisherige Standard zur Thrombose-Vorbeugung besteht in Heparin-Spritzen, die sich der Patient nach kurzer Zeit selbst verabreichen muss. Alternativ gibt es nun eine Kapsel mit einer vergleichbar v
Der bisherige Standard zur Thrombose-Vorbeugung besteht in Heparin-Spritzen, die sich der Patient nach kurzer Zeit selbst verabreichen muss. Alternativ gibt es nun eine Kapsel mit einer vergleichbar vorbeugenden Wirkung.
Für Patienten in der orthopädischen Chirurgie beginnt die Vorbeugung venöser Thromboembolien üblicherweise bereits am Abend vor der Operation. Ihnen wird ein Heparin-Präparat gespritzt, um die Blutgerinnung zu hemmen. 4 bis 6 Stunden nach der Operation wird diese Behandlung wieder aufgenommen und je nach Operation über Wochen fortgeführt. Im Krankenhaus übernimmt das Pflegepersonal die Injektionen. Bei einer ambulanten Rehabilitation im Anschluss an die Gelenkersatz-Operation oder in den Zwischenphasen zwischen Krankenhaus und Rehaklinik müssen Patienten die Thromboembolie-Vorbeugung jedoch selbständig weiterführen. Wird auch Ihnen ein Heparin-Präparat verordnet, leitet das Pflegepersonal in der Klinik Sie zu dessen Einnahme genau an, so sodass Sie sich bei der Selbstinjektion sicher in der Anwendung fühlen.
In seltenen Fällen kann es unter Heparingabe zu einer Abwehrreaktion des Körpers gegen das Medikament kommen. Als deren Folge kann das Thromboembolie-Risiko steigen. In diesem sehr seltenen Fall verursacht Heparin das, was es ursprünglich verhindern soll. Aus diesem Grund müssen regelmäßige Laborkontrollen durchgeführt werden.
Weitere Präparate, die ebenfalls der Vorbeugung venöser Thromboembolien dienen und mittels Injektion verabreicht werden müssen, sind Fondaparinux oder Hirudin, ein Wirkstoff, der ursprünglich aus dem Speichel des Blutegels gewonnen wurde und nun im Labor künstlich hergestellt wird.
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Was ist eine Thrombose?

Wie entsteht der Verschluss eines Blutgefäßes durch ein Blutgerinnsel in einer tiefen Beinvene?

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