Kompressionsstrümpfe sind eine hilfreicher Bestandteil der Thromboembolie-Vorbeugung. Sie verhindern, dass sich das Blut in den Beinen staut.
Direkt nach der Operation werden Ihnen unter Umständen Kompressionsstrümpfe angelegt. Diese Strümpfe sind vielleicht modisch zweifelhaft; sorgfältig angepasst sind sie laut medizinischer Leitlinien aber ein hilfreicher Bestandteil der regulären Thrombose-Vorbeugung nach Gelenkersatz: "Dabei ist zu beachten, dass diese nur bei sorgfältiger Anlage (graduierter Anlagedruck) und gutem Sitz (…) einen wirksamen Beitrag zur Thromboseverhütung leisten."5 Der Druck verengt die Venen, so dass sich die Venenklappen im Innern, die den Rückfluss des Blutes in die Beine verhindern, besser schließen. So können die Venen ihre natürliche Funktion innerhalb der Blutzirkulation erfüllen. Das Blut staut sich nicht mehr so leicht und es kommt nicht so schnell zur Bildung von Thromben. Dies mindert das Thromboserisiko.
Je früher Sie nach Ihrem Gelenkersatz wieder sprichwörtlich "auf die Beine kommen", desto geringer ist auch Ihr Risiko, einen Gefäßverschluss zu erleiden. Krankengymnastik unter der Anleitung eines Physiotherapeuten kann dabei helfen, rasch wieder mobil zu werden. Durch einfache Übungen, die Sie teilweise auch im Bett durchführen können, lernen Sie den Umgang mit dem neuen Gelenk und mindern durch die sanfte Aktivität Ihrer Beinmuskulatur zusätzlich das Thromboserisiko. Die Übungen, die man Ihnen im Krankenhaus zeigt, können Sie später auch ohne fremde Hilfe durchführen und somit aktiv zur Vorbeugung einer Thrombose beitragen.
Ihr Arzt wird Sie schon bald nach der Operation auffordern, ein paar Schritte zu gehen. Das bringt Ihren Kreislauf in Schwung und beugt wirksam einer Thromboembolie vor.
Viele Patienten stehen in dem Glauben, sie könnten frisch operiert das neue Gelenk noch nicht belasten. Das Gegenteil ist der Fall, und das Pflegepersonal wird Sie in der Regel schon am Tag nach der Operation entsprechend anleiten. Auch Sie werden wahrscheinlich schon am nächsten Tag dazu aufgefordert, das Bett zu verlassen und vorsichtig ein paar Schritte zu gehen. Dies dient dazu, den Kreislauf in Schwung zu bringen und damit das Thromboserisiko zu mindern. Ihre Muskulatur wird gestärkt, und Sie gewöhnen sich im wahrsten Sinne des Wortes Schritt für Schritt an Ihr neues Gelenk.
Kompressionsstrümpfe, Krankengymnastik und frühzeitige Mobilisation fasst man unter dem Stichwort "physikalische Vorbeugungsmaßnahmen" zusammen: Sie wirken durch äußere Kräfte gesundheitsfördernd auf die Venen ein, während medikamentöse Maßnahmen mit Hilfe von Arzneien im Inneren des Körpers ihre Wirkung entfalten. Beide Arten von therapeutischen Maßnahmen werden einander ergänzend eingesetzt, um dem Risiko einer Thromboembolie wirksam entgegenzutreten.
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Was ist eine Thrombose?
Wie entsteht der Verschluss eines Blutgefäßes durch ein Blutgerinnsel in einer tiefen Beinvene?