Persönliche Risikofaktoren

Mediziner unterscheiden grundsätzlich zwei Arten von Faktoren, die an der Entstehung einer Thromboembolie mitwirken. Die einen sind beziehen sich direkt auf den Patienten, wie beispielsweise eine erblich verstärkte Blutgerinnung. Der Körper ist durch sie für eine Thromboembolie besonders anfällig. Übergewicht, Krebserkrankungen, Rauchen und eine Veranlagung zu venösen Thromboembolien gehören zu den patientenbezogenen Faktoren.
Die andere Kategorie fasst situationsbezogene Faktoren zusammen wie beispielsweise die Dauer der Operation, die Schwere einer Verletzung und der Grad der Bewegungseinschränkung (Immobilisation). Sie alle nehmen Einfluss auf das individuelle Thromboserisiko.
Anhand dieser Faktoren teilen Mediziner Patienten in drei verschiedene Risikogruppen ein: Patienten mit niedrigem, mittlerem und hohem Risiko, eine venöse Thromboembolie zu erleiden.
Patienten, die sich einer Knie- oder Hüftgelenkersatz-Operation unterziehen, tragen ein hohes Risiko, im Anschluss an die Operation eine Thrombose bzw. eine Embolie zu erleiden.
Die einschlägige Fachliteratur geht davon aus, dass ohne entsprechende Medikation bis zu 85 Prozent der Patienten eine solche Komplikation erleiden würde.6 In Deutschland ist daher in der orthopädischen Chirurgie eine flächendeckende vorbeugende Behandlung Standard, mit der das Risiko erheblich sinkt (auf unter ein bis zwei Prozent).7;8
Insbesondere die patientenbezogenen Faktoren lassen sich günstig beeinflussen: Indem Sie Übergewicht reduzieren, sich regelmäßig sportlich betätigen und das Rauchen aufgeben, leisten Sie einen enormen Beitrag zu Ihrer Gesundheit. Sie haben die Möglichkeit, Ihr individuelles Risiko einer Thromboembolie vor der Operation zu senken und die Regeneration Ihres Körpers nach der Operation aktiv zu fördern.
Das klingt nach einer großen Verantwortung, die Sie für Ihren Körper haben. Andererseits kann Ihnen das Mut machen: Sie können einen großen Beitrag dazu leisten, bald wieder mit zwei gesunden Beinen im Leben zu stehen.